“13 horas“ ist ein sehr nachdenklicher Roman ohne Spannung und wenig Handlung. Der Leser begleitet Sergio durch seinen Tag in Madrid und nimmt an seinen Gedanken teil. Diese sind teilweise sehr intim, da Sergio viel über seine Unsicherheit gegenüber anderen nachdenkt und viele Probleme reflektiert, die Jugendliche in der Pubertät beschäftigen.
Als erste Herausforderung für den Unterricht stellt sich die Frage nach der Förderung der Lesemotivation während der Lektüre, denn in “13 horas” passiert nicht viel. Die Gefahr besteht, dass die Schüler eher gelangweilt und oberflächlich die Seiten des Buches überfliegen, ohne die Details – welche den Roman ausmachen – wahrnehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass mit Hilfe von Aufgaben im Unterricht und im Weblog der Blick auf die Feinheiten des Romans gelenkt wird und die Lesemotivation weiter gefördert wird.
Für die Besprechung des Romans hat die Intimität der Gedanken des Protagonisten zur Folge, dass genau darauf geachtet werden muss, welche Themenbereiche im Unterricht besprochen werden. Geht eine Frage zum Thema “Scheidung der Eltern” oder “Gedanken über das andere Geschlecht” bereits zu weit? Auch wenn sich diese Aspekte des Romans nicht zur Besprechung in der Klasse eignen, liegt der besondere Wert des Romans genau in der Thematisierung von Problemen, die Jugendliche tatsächlich bewegen. Ich denke, dass die Lektüre von “13 horas” jedem Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren zu empfehlen ist. Für den Fremdsprachenunterricht ist der Einsatz im 3. oder 4. Lernjahr sicherlich möglich, da der Roman keine großartigen Schwierigkeiten aufweist, die nicht im Unterricht aufgefangen werden könnten.